Banner

Benutzeranmeldung

Newsletter

Wer ist online

Zur Zeit sind 0 users und 0 guests online.

Innendesign etwas anders: Feng Shui

Feng Shui ist ein vielbemühter und vielbelächelter Begriff. Was spaßigerweise häufig genug als Spleen von ökobegeisterten, vegetarischen Asketen mit starken Vorlieben für Yoga, Biowaren und Grünfutter angesehen wird, ist gar nicht so dumm und erst recht nicht spleenig. Die chinesische Kunst des Feng Shui bemüht sich um eine harmonische Beziehung zwischen Mensch und Lebensumfeld. Es geht darum, dass man sich optimal in seinem Umfeld bewegen kann, dass die natürlichen Gegebenheiten möglichst umfassend genutzt wird und man so zu Wohlbefinden gelangt. Feng Shui beeinflusst damit nicht nur das Empfinden, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, auf das Schlafverhalten und auf viele andere Lebensumstände.

Die Richtung macht's
Nach Feng Shui werden nicht einzelne Möbelstücke gestellt oder ein Bild gehangen, sondern das gesamte Lebensumfeld wird nach Feng Shui geplant. Das heißt, dass Lichtverhältnisse, Landschaft und Himmelsrichtungen bereits vor der Planung eines Gebäudes durch den Architekten berücksichtigt werden und in die Planung einfließen. Die Raumaufteilung im Inneren des Hauses richtet sich nach den äußeren Umständen, sie ist dabei ebenso wichtig wie die Nutzung der Räume, ihre Bestückung mit Inventar und die Ausrichtung der Möbelstücke. Dabei ist Feng Shui kein großes Geheimnis, sondern richtet sich im Großen und Ganzen nach dem, was uns der gesunde Menschenverstand ohnehin sagt. Beispielsweise werden an der Nordseite eines Gebäudes im klimatisch eher gemäßigten kühlen Europa keine Räume angebracht werden, die viel Sonne und natürliches Licht benötigen, in denen sich die Menschen hauptsächlich aufhalten. Solche Räume befinden sich eher im Süden, wo sie durch große Fensterflächen das Sonnenlicht hereinlassen können, die natürliche Wärme nutzen können und so für Wohlbefinden sorgen. Räume, die eher am Abend genutzt werden, sollten im Westen des Gebäudes geplant werden - um die abendliche milde Sonne zu nutzen und das natürliche Lichtschauspiel erlebbar zu machen. Schlafräume sind dagegen grundsätzlich im Norden und Osten angesiedelt: Die Dunkelheit und Kühle der Räume im Norden ist erwiesenermaßen dem erholsamen Schlaf dienlich. Frühes Sonnenlicht und milde Wärme am Morgen (in östlichen Räumen) machen das Aufwachen und Aufstehen leichter und bringen auch Morgenmuffel und Langschläfer gut gelaunt früh aus den Federn.

Innenraumgestaltung
Wandfarben, Bodenbeläge, Deckengestaltung, Möbel und Bilder an den Wänden sorgen für angenehme Innenräume. Die Gestaltung des Innenraums ist ausschlaggebend für das Wohlbefinden - und hängt nicht nur von der Nutzung der Räume ab. Die Farbgebung, dominierende Materialien sowie die Akkustik eines Raumes sorgen dafür, ob man sich wohlig fühlt, eher kühl oder gar unruhig. Zu Geschäftigkeit und Fleiß laden unruhig gestaltete Räume ein, was durch die geschickte Anordnung von Möbel erreicht werden kann. Entspannung und Ruhe werden ebenfalls durch die Innengestaltung gefördert, dann nämlich, wenn warme Farben und natürlich warme Materialien wie Holz und Textil zum Einsatz kommen. Kühle Farben sind eher in Räumen zum Lernen und Forschen angebracht, denn sie lassen den Menschen nicht schläfrig werden. Natürliche Materialien sind grundsätzlich besser für das menschliche Wohlbefinden als Kunst- und Verbundstoffe. Sie fördern Naturverbundenheit, lassen den Bezug zum Umfeld spürbar werden und sind in der richtigen Verarbeitung sogar haltbarer. Holz ist grundsätzlich wärmer als Metall und Stein (wobei es gerade bei warmen Brauntönen wie beispielsweise bei Granit Ausnahmen gibt), und weiche Textilien sogen für eine relativ angenehme Akkustik, denn sie dämpfen Geräusche und unterbinden Raumecho. Räume, die dem Lernen, dem Denken und der geistigen Betätigung zugetan sind, sollten mit viel Textil einhergehen, da Stoffe die Hintergrundgeräusche - die manchen Menschen beim Nachdenken in den Wahnsinn treiben mögen - schlicht schlucken.

Feng Shui sollte nicht nur von Asien-Fans, Trendsettern und Intellektuellen eingesetzt werden, sondern kann ganz konkret im Alltag ein sinnvoller Beitrag zu höherer Lebensqualität sein. In der Einrichtung von Kindergärten und Schulen, beim Gestalten von Universitäten und Seniorenresidenzen können so angenehme Lebensräume mit Mehrwert geschaffen werden, die dem Anspruch der jeweiligen Anlage gerecht werden und dennoch ästhetisch wirken. Es lohnt sich, den Blick über die Großstadtarchitektur des Westens hinaus zu bewegen und Lebensraum wieder lebenswerter zu machen.

Bildquelle: aboutpixel.de / Yoga © Paul Hakimata